Schwellenängste

Wie fragil die Weltwirtschaft geworden ist, hat im August das von China ausgehende Börsenbeben gezeigt. Neben der Vielzahl politischer Konflikte sorgt derzeit vor allem die ökonomische Entwicklung der Schwellenländer für Verunsicherung.

Es wächst die Gefahr unkontrollierter Kettenreaktionen mit verheerenden Flurschäden. Die nahezu euphorischen Hoffnungen auf die Potenziale der BRIC-Staaten sind einer schlagartigen Ernüchterung gewichen. Auch die ebenfalls hochgelobten „Tigerstaaten“ wie Thailand, Südkorea und Indonesien sind hart auf dem Boden der Realitäten aufgeschlagen. Dafür sorgt der anhaltende Verfall der Rohstoffpreise ebenso wie der Abzug von Geldern westlicher Investoren. Nach Berechnungen der Financial Times sind allein von Juni 2014 bis Juli 2015 940 Mrd. Dollar aus den 19 größten Schwellenländern abgeflossen, was die nationalen Währungen erheblich geschwächt hat. Parallel dazu ist dort eine problematische Dollar-Abhängigkeit entstanden. Schon die Ankündigung von Zinserhöhungen in den USA setzt die Schwellenländer weiter unter Druck.

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