Der Wille des Volkes

Die griechische Tragödie geht weiter. Ein erstaunlich unkritischer Bundestag hat den mehr als faulen Verhandlungskompromiss, den Athen in Brüssel erreicht hat, mit großer Mehrheit ziemlich entspannt durchgewunken.

Ad absurdum

Nie zuvor hat es eine Regierung geschafft, ihr Land in so kurzer Zeit in die Rezession zu führen. Noch vor vier Monaten schien sich Griechenland ganz allmählich auf dem Weg der wirtschaftlichen Besserung zu bewegen. Das tiefste Tal der Tränen schien durchschritten.

Europäische „Solidarität“

Die neue griechische Regierung zieht alle propagandistischen Register, um ihr Land zum unschuldigen Opfer finsterer Mächte umzuschminken. Als bisheriger Gipfel der scheinheiligen Schuldverlagerung gilt die Behauptung, bei der Vergabe der gigantischen Rettungsgelder an Griechenland handele es sich um „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Weichwährung

Der 9. März 2015 wird in die europäische Wirtschaftsgeschichte eingehen als Start eines Billionen-Experiments mit ungewissem Ausgang. Die EZB will bekanntlich die Märkte bis (vorerst) September 2016 mit monatlich 60 Mrd. Euro fluten, um die Wirtschaft im Euro-Raum zu beleben und die derzeit niedrige Inflationsrate auf einen Zielwert von etwa 2 % zu heben.

Chaos-Strategie

Seit über drei Monaten lässt sich die EU-Kommission von der neuen griechischen Regierung am Nasenring durch die Arena führen. Mit einem aparten Mix von leeren Versprechungen, Ankündigungen, Provokationen, Drohungen und Nötigungsversuchen haben Tsipras und Varoufakis dafür gesorgt, dass in Brüssel keine Langeweile aufkommt.