Einer im April durchgeführten ifo-Umfrage zufolge sehen sich zahlreiche deutsche Unternehmen durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. 29,2 % der Firmen haben dabei angegeben, nur drei Monate oder kürzer überleben zu können, falls die Einschränkungen für längere Zeit Bestand haben sollten. 52,7 % limitieren ihre Durchhaltefähigkeit auf höchstens sechs Monate.
Der sächsische Ministerpräsident hat in einem Interview die Frage, was Deutschland aus der Corona-Krise lernen könne, in bemerkenswerter Weise so beantwortet: „Wir müssen uns klarwerden, wie wir uns künftig vor Pandemien schützen können und wie sehr wir dabei vom Weltmarkt abhängen wollen.
Das Jahr 2020 wird als Negativ-Rekordjahr in die ökonomischen Annalen eingehen. Im April sind die deutschen Exporte um über 30 % eingebrochen. Die Bundesbank ging im Juni davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal des Jahres um rund 10 % rückläufig war.
Vor allem für die mittelständischen Unternehmen wird 2020 zu einem Schicksalsjahr, das über Sein oder Nichtsein entscheiden wird. Eine von der DZ Bank durchgeführte Umfrage hat versucht, die Widerstandsfähigkeit des deutschen Mittelstands auszuloten.
Auch Creditreform erwartet, dass die Zahl der Insolvenzen mit der Wiederinkraftsetzung der Insolvenzantragspflicht kräftig ansteigen wird. Das gilt vor allem für KMU, die sich nicht – wie die Konzerne – durch großvolumige Staatshilfen in Sicherheit bringen können.

