24.02.20

Deindustrialisierung

Die Bundesrepublik scheint zurückzufallen in die Rolle des „kranken Mannes in Europa“, die schon Anfang des Jahrtausends den deutschen Reformstau beschrieben und letztlich zur Agenda 2010 geführt hatte. Hinter den Kulissen zieht das böse Wort der Deindustrialisierung seine Kreise. Der Anteil der Industrie an  der gesamten Wertschöpfung ist seit 2016 auf nur noch 21,5 % und damit auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise gesunken. Die GroKo hat offenbar weder die Kraft noch den Willen, sich dem eklatanten Handlungsbedarf bei Unternehmenssteuern, Infrastruktur, Energieversorgung, Digitalisierung, Ausbildung und Bürokratieabbau zu stellen. Ein Beispiel: Die mittlere Steuerbelastung für Unternehmen in der EU liegt derzeit bei 22 %, während die deutschen Firmen durch Körperschafts- und Gewerbesteuer mit durchschnittlich 30 bis 32 % belastet werden. Als Folge verstärkt sich die Abwanderung deutscher Industriefirmen ins Ausland.


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