22.02.

"Wirtschaftlicher Schock"

Die Pandemie wird Deutschland etwa 600.000 Arbeitsplätze kosten, viele Branchen nachhaltig verändern und zahlreiche Firmen in die Insolvenz drängen. Bei einer im November 2020 erfolgten ifo-Konjunkturumfrage bezeichneten 15 % der deutschen Unternehmen die Corona-Krise als existenzbedrohend. Am stärksten gefährdet sehen sich Gastronomie und Tourismus, Metallverarbeiter, Druckereien, die Textilbranche und Dienstleister. Bei Bund und Ländern sind allein 2020 Krisenausgaben in Höhe von 1,3 Billionen Euro aufgelaufen. Für 2021 rechnet die Bundesregierung mit Folgekosten von 184 Mrd. Euro. Der Lockdown kostet gegenwärtig jede Woche zwischen 3,5 und 5 Mrd. Euro, falls die Industrie nicht auch noch vom Stillstand betroffen werden sollte. Ifo konstatiert: „Die Corona-Krise ist ein wirtschaftlicher Schock, dessen Ausmaß alles in den Schatten stellt, was die Weltwirtschaft seit dem zweiten Weltkrieg an Krisen erlebt hat.“ Der Handelsverband stellt sich auf eine längere Schließung der Geschäfte ein. Die Bundeskanzlerin hält Lockdown-Maßnahmen mindestens bis Ostern für unvermeidlich. Die gegenwärtige Jojo-Lockdowns der Bundesregierung verhindern Planbarkeit und konjunkturelle Stabilisierung. Höchste Zeit also für einen Paradigmen-Wechsel: Es kommt jetzt vor allem darauf an, die Pandemie wirksam zu bekämpfen, ohne dabei die Wirtschaft zu ruinieren. Zur Durchbrechung des Teufelskreises empfiehlt IW-Chef Hüther: „ Sinnvoll wäre es, wenn Menschen in Alters- und Pflegeheimen und Über-70-Jährige deutlich schneller geimpft würden, beispielweise auch am Wochenende, auch in der Nacht. Sind die Risikogruppen geimpft, dann gibt es keine Rechtfertigung mehr für einen flächendeckenden Lockdown


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