30.03.20

"Klotzen, nicht kleckern"

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben der Bundeswirtschafts- und der Bundesfinanzminister angekündigt, kurzfristig mit der „Bazooka“ alles Nötige tun zu wollen, um durch Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen, Bürgschaften und Steuererleichterungen einer Kernschmelze der deutschen Unternehmen im Wege einer nie zuvor gekannten Insolvenzwelle vorzubeugen. Man werde klotzen, nicht kleckern, hieß es. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Kolumne warteten hunderttausende kleiner und mittelgroßer Firmen händeringend auf die versprochene Bereitstellung von Geldern. Sollte hier nicht unverzüglich, flächendeckend und unbürokratisch geliefert werden, dürfte die Lage kurzfristig außer Kontrolle geraten. Die Auswirkungen einer unvorstellbar großen Zahl von Firmenpleiten auf den Arbeitsmarkt, das Steueraufkommen und den sozialen Frieden wären mehr als explosiv. Nur durch eine überzeugende marktwirtschaftliche Strategie der Bundesregierung kann darüber hinaus einer fatalen Endzeitstimmung entgegengewirkt werden, die wie eine lähmende Depression die Menschen in diesem Land zunehmend erfasst.  Ökonomen machen sich bereits Gedanken darüber, wie die komplexe Volkswirtschaft nach der Überwindung der Pandemie wieder reaktiviert werden kann. Zur Bewältigung dieser historisch einzigartigen Herausforderung gibt es allerdings weder Blaupause noch Restart-Knopf.


ZUM ARCHIV
 
© Thielenhaus & Partner Agentur für Marketing GmbH