20.01.20

Zeichen an der Wand

Wer hierzulande mit offenen Augen das politische und wirtschaftliche Geschehen verfolgt, erkennt alarmierende Zeichen an der Wand. Die nachfolgende Wiedergabe von innerhalb weniger Tage verbreiteten  Nachrichten und Ankündigungen lässt ein fatales Spektrum an Belastungen und Gefahren erkennen: So stellt das politisch gewollte Ende des Verbrennungsmotors die Unternehmen vor völlig unkalkulierbare Herausforderungen. Der damit verbundene Verlust an Arbeitsplätzen ist nicht absehbar. Verschärft und ausgeweitet wird das Belastungsspektrum durch den europäischen „Green Deal“. Deutsche Banken sind dabei, sich strukturell in die Verlustzone zu verabschieden. Die Fondgesellschaft DWS warnt vor dramatischen Folgen der Strafzinsen. Pensionsfonds und Versicherer stünden vor „gigantischen Herausforderungen.“ In einigen Jahren werde es in der Altersvorsorge immer schwieriger zu garantieren, dass die Kunden wenigstens die eingezahlten Beiträge zurück erhielten. Trotz zunehmender Konjunkturflaute sind die Tariflöhne 2019 um 3 % gestiegen. Stagnierende und teilweise rückläufige Produktivität trägt nicht gerade dazu bei, die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Einer KPMG-Studie zufolge schreckt der Reformstau mittlerweile US-Firmen davon ab, hierzulande zu investieren. Im Ranking der digital wettbewerbsfähigsten Länder liegt Deutschland abgeschlagen auf Platz 17. In der Rangfolge der reichsten Länder der Welt konnte sich die Bundesrepublik nur knapp unter den Top 20 behaupten. Die OECD versucht vor und hinter den Kulissen ein internationales Steuerabkommen durchzusetzen, das deutschen Unternehmen – laut BDI – „Mehrfachbesteuerung und Strafsteuern“ bringen würde. Deutschland soll künftig wesentlich mehr an die EU bezahlen als bisher. Der Beitrag soll von zuletzt 13,5 auf bis zu 30 Mrd. Euro pro Jahr steigen. Die hier skizzierten Schlaglichter sind zufällig den Nachrichten weniger Tage entnommen. In dieser ebenso fragilen wie risikoträchtigen Gemengelage fordert der neue SPD-Parteivorsitzende höhere Steuern für „Top-Verdiener“ und Firmenerben. Was dieses Land angesichts der vielfältigen politischen Baustellen, ökonomischen Fehlentwicklungen und ideologischen Absurditäten dringend braucht, ist die Rückbesinnung auf die vielfach bewährten Konzepte und Strukturen der Marktwirtschaft. Ein Epigone Ludwig Erhards ist jedoch innerhalb der amtierenden Bundesregierung bisher noch nicht in Erscheinung getreten.


ZUM ARCHIV
 
© Thielenhaus & Partner Agentur für Marketing GmbH