„Äußerst angespannt“

16.09.2022

„Äußerst angespannt“

Die Entscheidung der Ampelregierung, trotz der absehbaren Energie-Engpässe die drei letzten deutschen Atomkraftwerke zum Jahresende abzuschalten, hat im In- und Ausland für Ratlosigkeit gesorgt. Daran ändert auch die Ankündigung, die beiden süddeutschen Meiler bis März 2023 in Notreserve zu halten, nichts. Das dritte AKW in Lingen ist offensichtlich aus dieser Regelung ausgenommen worden, weil der grüne Wirtschaftsminister seine Parteifreunde vor der Niedersachsen-Wahl nicht überfordern wollte. Ein Stresstest des deutschen Stromsystems kommt zu dem Schluss, dass sich die Versorgungssituation in allen Szenarien als „äußerst angespannt“ darstelle. Der TÜV hält fest: „Die drei laufenden Kernkraftwerke können die derzeit schwankende Energieerzeugung aus Wind und Sonne kurzfristig ausgleichen, das Stromnetz stabil halten.“ Dennoch beschließt die Bundesregierung, auf die Atomkraft, die derzeit immerhin noch 6 % der Stromproduktion ausmacht, zu verzichten. Das ganze Ausmaß an Scheinheiligkeit zeigt sich angesichts der Bereitschaft, auch künftig Atomstrom aus europäischen Nachbarländern zu beziehen.