„Äußerst brisante Rezession“

05.12.2022

„Äußerst brisante Rezession“

Wie sich die reale Situation in der Wirtschaft darstellt, zeigt repräsentativ der „Weltmarktführerindex Deutschland“. Laut der im November vorgelegten Herbst-Umfrage hat sich das allgemeine Geschäftsklima in den letzten sechs Monaten massiv eingetrübt. Die Daten erreichen teilweise historische Tiefststände. Der „erträgliche“ Auftragseingang helfe nicht angesichts der erheblichen Lieferkettenprobleme. Die Vielfach-Krise aus Ukraine-Krieg, hoher Inflation und Fachkräftemangel werde zu einer „äußerst brisanten Rezession“ führen. Jedes zweite Weltmarktführer-Unternehmen beurteilt das Geschäftsklima zwischen „schlecht“ und „schlechter geht es nicht“. Interessant ist auch die Bewertung der Attraktivität der Zielregionen. Aus Sicht der befragten Firmen rangieren die USA (mit 53,2 % der Nennungen) wieder mit Abstand vor Asien (37,1 %). Nur noch 3,2 % bezeichnen Europa als attraktivste Wirtschaftsregion. Bemerkenswert ist auch die unverändert hohe Standorttreue. Nur 6,5 % der Unternehmen denken wegen als unvorteilhaft empfundener Rahmenbedingungen über eine Verlegung der Zentrale ins Ausland nach. Schlechte Noten von den Entscheidern erhält die Wirtschafts- und Finanzpolitik in Deutschland. Sie wird von über der Hälfte als „mangelhaft“ und „ungenügend“ empfunden. Die Durchschnittsnote hat sich seit Frühjahr 2022 von 3,3 auf einen neuen Negativrekord von 4,3 verschlechtert.